Thromboserisiko


Immer wieder sorgen Veröffentlichungen über das Thromboserisiko von Antibabypille oder Hormonersatzmitteln für Verunsicherungen. Dabei kommt es sehr darauf an, wie die Information dargestellt wird.


Die Aussage “Die Antibabypille erhöht das Risiko eine Thrombose zu erleiden um das vierfache” hört sich zunächst sehr gefährlich an. Bedeutet dies doch, dass die Wahrscheinlichkeit, ein lebensgefährliches Ereignis zu erfahren, um 400% steigt. Tatsächlich kommt es bei 99,98% der Frauen, die die Pille nehmen, nicht zu einer Thrombose.

In Großbritannien führte die Schlagzeile “Pille erhöht Thrombose-Risiko um 400%” übrigens zu 13.000 Abtreibungen mehr als üblich, weil viele Frauen sofort die Pille absetzten.

Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Wahrnehmungen? Das liegt ganz einfach daran, dass die eigentlich wichtige Größe, nämlich die tatsächliche Anzahl Erkrankungen, unbekannt ist. Das absolute Risiko einer Frau an Thrombose zu erkranken ist nämlich sehr gering: ohne Pille erleiden 5 von 100.000 eine Thrombose, mit Pille sind es 20 von 100.000 – immer noch wenige.

Außerdem beeinflussen zahlreiche zusätzliche Faktoren wie Alter, Übergewicht, Rauchen und angeborene Gerinnungsstörungen das Risiko ganz erheblich. In den USA wurde eine Studie mit über 70.000 Personen durchgeführt, die über 16 verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt. Nach Auswertung der Studie wurde eine Risikokalkulator entwickelt, mit dessen Hilfe Sie Ihr individuelle Risiko berechnen und anschaulich darstellen lassen können. Auf unserer Internetseite finden Sie eine deutsche Übersetzung des Rechners.                

Ergebnisse des Mammographiescreenings


Seit der bundesweiten Einführung des Screenings 2005 werden alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle 2 Jahre zur Mammographie eingeladen. Die Ergebnisse des Programms wurden zuletzt 2012 veröffentlicht.


Jede 2. Frau nahm demnach die Einladung an. Zur weiteren Abklärung wurden 6% der Frauen wieder einbestellt.
Bei 1000 Untersuchungen wurden im Durchschnitt 8,2 Brustkrebsfälle entdeckt. Der Anteil kleiner Karzinome (<1cm) lag dabei über 30%. Vor Einführung des Mammographie-Screenings waren es nur rund 14%.
Bei mehr als 75% aller entdeckten Karzinome waren die Lymphknoten der betroffenen Frauen noch nicht befallen. Vor dem Screening lag der Wert mit 49% deutlich niedriger.
Dadurch konnten die Heilungschancen verbessert werden. Die betroffenen Frauen profitieren zudem von einer schonenderen, meistens brusterhaltenden Therapie.


Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Screening-Programms.
Übrigens können Sie sich auch selbst einladen: Kontaktformular Mammographiescreening


Eine ausführliche Darstellung von Nutzen und Risiken von Vorsorgeunter-suchungen finden Sie in dem Merkblatt des vom Gesundheitsministerium gegründeten Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG.    

Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und Gesundheitsvorsorge

Am 2. Februar 2013 hat der Bundestag das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister beschlossen.


Das Gesetz soll die Voraussetzungen schaffen, dass eine Krebserkrankung möglichst frühzeitig erkannt und die Behandlung so erfolgreich wie möglich gestaltet werden kann. Um die Menschen besser zu erreichen, werden diese künftig persönlich zu den Vorsorgeuntersuchungen eingeladen. Gleichzeitig wird die Information über Krebsfrüherkennung verbessert und eine Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennungsprogramme eingeführt.

Wir bieten unseren Patientinnen schon seit vielen Jahren einen Erinnerungsservice für die Vorsorgeuntersuchung per Email oder SMS an. Außerdem kann man sich schon heute über das von uns entwickelte Webportal Vorsorge ist Fürsorge erinnern lassen.

Eine Übersicht über die Ihnen zustehenden Vorsorgeuntersuchungen finden Sie auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Broschüre “Ratgeber zur gesundheitlichen Prävention” des Bundesgesundheitsministeriums, die Sie auch in unserer Praxis erhalten können.

Besonders an Frauen wenden sich die Broschüren Leben in Balance – Seelische Gesundheit von Frauen und Aktiv sein – für mich.

Endlich keine Praxisgebühr mehr!


Seit 1. Januar 2013 brauchen Sie keine 10 Euro mehr mitzubringen, wenn Sie zum Arzt gehen! Die mit hohem Verwaltungsaufwand für die Arztpraxen verbundene Gebühr belastete einseitig die Patienten. Geringverdiener wurden von notwendigen Arztbesuchen abgehalten. Besonders die Vorsorgeuntersuchungen gingen deutlich zurück.

Sie können jetzt auch wieder ohne den Umweg über den Hausarzt und ohne Überweisung direkt zum Facharzt.

Bei den Zuzahlungen für Medikamente ändert sich allerdings nichts: Es werden weiterhin zehn Prozent der Kosten als Eigenbeitrag fällig – mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Wegen des harten Wettbewerbs auf dem Arzneimittelmarkt gibt es derzeit sehr viele preisgünstige Generika, die teilweise nur 1/3 des Originalpräparates kosten. Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach einer günstigen Alternative zu Ihrer Antibabypille mit gleichen Wirkstoffen.

Info zu der Pille Diane


In den letzten Tagen wurden wir wiederholt auf Pressemitteilungen angesprochen, nach denen die Pille Diane und andere gegen Akne wirksame Pillen ähnlicher Zusammensetzung in Frankreich vom Markt genommen wurden. (stern.de, bild.de)

Wir haben dies zum Anlass genommen, einige Informationen über das Thromboserisiko von Antibabypillen für Sie zusammenzustellen. Die Pille Diane enthält 2 Hormone: Ethinylöstradiol und Cyproteronacetat. Hauptverantwortlich für das leicht erhöhte Thromboserisiko ist das in fast allen Antibabypillen enthaltene Ethinylöstradiol. Deshalb unterschiedet sich das Risiko der gängigen Mikropillen nur unwesentlich. Einzig die so genannten Minipillen enthalten kein Ethinylöstradiol und haben daher auch keinen Einfluss auf das Thromboserisiko. Allerdings verschlechtern die Minipillen mitunter das Hautbild.

Sprechen Sie uns bitte an, falls Sie Fragen zu diesem Thema haben sollten.

Vorsorge ist Fürsorge NEU


Wenn Sie schon länger in unsere Praxis kommen, kennen Sie sicher schon unseren Erinnerungsservice, der Sie per Email oder SMS an die Vorsorgeuntersuchung erinnert.

Da in den letzten zehn Jahren die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen zurückgegangen ist, habe ich die Initiative „Vorsorge ist Fürsorge“ ins Leben gerufen.

Wesentliche Merkmale der unabhängigen, gemeinnützigen Initiative sind:

  • Ein öffentliches Einladungssystem: Jeder kann jeden einladen
  • Ein öffentliches Erinnerungssystem: Jeder kann sich erinnern lassen

Ziel der Initiative ist, durch persönliche Einladungen Menschen, die sonst erst zum Arzt gehen, wenn sie krank sind, für Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Wir gehen davon aus, dass eine persönliche Einladung mehr bewirkt als ein anonymes Anschreiben der Krankenkassen.

Der kostenlose Service kann von jedem Mann und jeder Frau bundesweit genutzt werden. Es wird keine Werbung für eine bestimmte Praxis, Arztgruppe oder Selbstzahlerleistung gemacht. Das Portal wurde vom Datenschutzbeauftragten des Landes NRW geprüft.

Wenn Sie selbst Vorsorge für eine gute Sache halten, können Sie ganz einfach anderen Menschen Ihre Fürsorge zeigen, indem Sie sie zu unserem Erinnerungsservice und somit zu mehr Eigenverantwortlichkeit einzuladen.

Weiter Informationen auf www.vorsorge-ist-fuersorge.de