Ultraschall: „Babyfernsehen“ seit Anfang 2021 verboten

Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, die nicht medizinisch begründet und nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind, sind ab dem 1. Januar 2021 verboten. 

Artikel im Ärzteblatt vom 17. Dezember 2020

Fachgesellschaft betont Unbedenklichkeit des Ultraschalls in der Schwangerschaft

Käse in der Schwangerschaft?

Käse ist ein wichtiger Protein- und Kalziumspender für Schwangere. Dennoch können bestimmte Käsesorten Lebensmittelinfektionen durch z.B. Listerien verursachen. Diese Infektionen sind für die meisten Menschen harmlos, können aber dem ungeborenen Kind schaden.

Käse aus pasteurisierter oder wärmebehandelter Milch sind die richtige Wahl. Mit Ausnahme von Weißschimmel- und Rotschmier-Weichkäse und Blauschimmelkäse.

Harte und feste Käsesorten mit abgeschnittener Rinde sind unbedenklich.

Zum Beispiel: Bergkäse, Manchego, Parmesan, Pecorino

Auf alle Rohmilchkäse, die keine lange gereiften Hartkäse sind, sollte man in der Schwangerschaft verzichten. Außerdem auf Weichkäse mit Weißschimmel und Rotschmiere,Blauschimmelkäse und andere weiche, nicht pasteurisierten Käse.

Beispiel für bedenkliche Käsesorten in der Schwangerschaft sind: Brie, Camembert, Chaumes, Taleggio, Gorgonzola, Roquefort, Chabichou.

Quelle: Ruwisch & Zuck

FAQ Corona und Schwangerschaft

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung

Auf der Homepage der Universität Jena finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Auswirkungen des Coronavirus in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett: Link

Impfungen in der Schwangerschaft

Für Totimpfstoffe, wie z.B. gegen Influenza, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis A und B, stellt eine Schwangerschaft keine Kontraindikation dar. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden, um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden. Eine erfolgte Impfung mit Totimpfstoff stellt keine Indikation für eine Schwangerschaftsverhütung dar.

RKI: Kann in der Schwangerschaft und Stillzeit geimpft werden?

Impfungen gegen Influenza und Pertussis sind Schwangeren sogar ausdrücklich ange­ra­ten.

Influenza – Virusgrippe

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung allen Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesund­heit­licher Gefährdung infolge eines Grundleidens (z.B. Asthma oder Diabetes) ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel.

RKI: Grippeschutzimpfung FAQ

Pertussis – Keuchhusten

Eine Impfung gegen Pertussis wird allen schwangeren Frauen zu Beginn des 3. Schwangerschaftsdrittels empfohlen. Bei erhöhter Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt sollte die Impfung bereits im 2. Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Die STIKO empfiehlt, in jeder Schwangerschaft gegen Pertussis zu impfen, unabhängig davon, wann die letzte Pertussis-Impfung verabreicht wurde.

Die Impfung in der Schwangerschaft soll kurz vor der Geburt zu einer höheren Antikörperkonzentration führen und so nicht nur die Mutter, sondern auch das Neugeborene besser vor der Krankheit schützen. Ziel ist es, die Zahl der Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch eine Infektion mit Bordetella-pertussis-Bakterien bei Neugeborenen und jungen Säuglingen zu reduzieren.

RKI: Warum soll in der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft werden?

Fortpflanzung – Früh beginne, wer Kinder haben will

Fortpflanzung – Die meisten Paare unterschätzen das Alter als Fruchtbarkeitskiller

VON MARTIN SPIEWAK – DIE ZEIT N° 36 / 2015

Jahrtausendelang hatten Frauen Angst, ungewollt schwanger zu werden. Heutzutage fürchten viele eher das Gegenteil. Das Risiko, ungewollt kinderlos zu bleiben, ist inzwischen ebenso groß. Das hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen. In der Sexualaufklärung jedenfalls geht es in erster Linie immer noch darum, wie man vermeidet, ein Kind zu bekommen; seltener darum, was gegen unerwünschte Kinderlosigkeit zu tun ist.

Das hat Folgen.

Die meisten jungen Erwachsenen wünschen sich zwei oder drei Kinder, im Schnitt 2,2. Tatsächlich ist die Kinderschar fast überall in Europa kleiner. Diese »Fruchtbarkeitslücke« schwankt von Land zu Land, über den Kontinent verteilt liegt sie bei 0,35 Kindern. Die Ursachen dafür sind komplex. Persönliches mischt sich mit Gesellschaftlichem, mal hat der Beruf Schuld, mal fehlt der Partner. Am Ende geht es fast immer um die Biologie. Anfang 40 sollte die Familienplanung (für Frauen) abgeschlossen sein.

Wann aber sollte sie beginnen?

Früh! Das legt eine Studie niederländischer Forscher im Fachblatt Human Reproduction nahe. Die Wissenschaftler haben Geburtenraten sowie die Erfolgsquoten der natürlichen wie der künstlichen Befruchtung in ein mathematisches Modell gegossen und den Zeitpunkt errechnet, wann eine Frau mit dem ungeschützten Geschlechtsverkehr spätestens beginnen sollte, wenn sie sichergehen will, dass aus ihrem Kinderwunsch auch Familienwirklichkeit wird.

Möchte sie nur ein Kind haben, sollte sie mit 32 beginnen. Mit 27, wenn sie sich zwei Kinder wünscht. Und bei dreien bereits mit 23 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sinkt mit jedem Lebensjahr und auch immer schneller. Mit 38 Jahren liegt die Chance, noch zwei Kinder zu bekommen, bei 50 Prozent. Die Reproduktionsmedizin kann die Uhr zwar zurückdrehen, aber nur um wenige Jahre, und je älter eine Frau ist, desto weniger wirkt die Hilfe aus dem Labor.

Im Prinzip ist das vielen Frauen klar.

Im Detail jedoch – das zeigen viele Befragungen – vertun sie sich gewaltig. Sie setzen den Zeitpunkt, an dem die Fruchtbarkeit nachlässt, viel zu spät an und überschätzen gleichzeitig die Wirksamkeit der künstlichen Befruchtung. Aufklärung bereits in der Schule könnte hier helfen. Auch Frauenärzte sollten das Thema häufiger ansprechen, etwa bei den Routineterminen, zu denen viele Frauen kommen.

Und die Männer?

Sie haben das Problem der schwindenden Zeugungskraft sehr viel seltener – sind aber gleichzeitig oft selber das Problem. In einem Alter, in dem man früher schon Großvater wurde, überlegen sie heute, ob sie sich wirklich schon erwachsen genug für ein Kind fühlen. Diese verbreitete Daueradoleszenz der Männer kostet viele Frauen wertvolle Zeugungszeit – und viele Paare den Traum vom zweiten oder dritten Kind.